Viele Anleger meinen, dass Zinsen und Ertrag das gleiche sind. Jedoch ist der feine Unterschied sehr viel mehr als die reine Begriffsdefinition. Es geht um eine grundsätzliche Betrachtungsweise.
Als Zinsen bezeichnet man die Zuwendungen, die einem zu verzinsenden Kapital zugeschlagen werden. Es geht um klar definierte, prozentuale Beträge von dem jeweiligen zur Verfügung gestellten Kapital mit klar definierten Zeitfenstern. Durch Zinsen werden keine Werte geschaffen. Zinsen sind eine Umverteilung.
Erträge sind ein Sammelbegriff für die verschiedenen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung, die zu einem Vermögenszuwachs führen. Das ist eben der der feine Unterschied: Die Höhe der Zinsen hängt vom allgemeinen Zinsniveau des Kapitalmarktes und dem entsprechenden Spred (Risikoaufschlag) ab. Je höherer der Zinsaufschlag desto höher bewertet der Markt das Ausfallrisiko.
Im Gegensatz hierzu ist der Ertrag – gerade bei unternehmerischen Beteiligungen, wie geschlossene Fonds – von der Ertragstärke der einzelnen Wirtschaftsgüter bzw. Unternehmungen abhängig. Beispiel: Trotz eines gestiegenen Marktpreises bei deutschen Wohnimmobilien kann man im Einzelfall immer noch günstig einkaufen. Es zählt nicht der Markt, sondern das einzelne Geschäft.
Ein ehrbarer Kaufmann stützt sein Verhalten auf Tugenden, die den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg zum Ziel haben. Er wirtschaftet nachhaltig. Hohe Zinsen sind natürlich beliebt, aber viel zu oft mit unverhältnismäßig hohen Risiken verbunden. Deshalb sind hohen Zinsen nur dann sinnvoll, wenn man nachvollziehen kann, dass sie auf vernünftige Weise erwirtschaftet werden können.
Nachhaltige Produkte investieren in den Wirtschaftskreislauf und schaffen Werte, um der Geldentwertung etwas entgegenzusetzen. Im Einkauf liegt der Erfolg des Kaufmanns. Wer günstig einkauft, hängt nicht vom Markt ab und hat ein vernünftiges Chancen-Risiko-Verhältnis.